Der Krebskillerblog

Unmittelbar nach meiner Diagnose begann ich meine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse, aber auch Informationen zum Thema Brustkrebs und viele Tipps (auch zur Ablenkung) in einem Blog zu notieren. Chronologisch nach Jahr und Monat geordnet, könnt ihr hier alles nachlesen.

Und das ist mein bislang letzter Artikel:

Fünfter Jahrestag

Fünf Jahre sind nun schon vergangen, seitdem ich meine schockierende Diagnose erhielt. Der Tumor konnte bereits in einem sehr frühen Stadium restlos entfernt werden - operativ, mit einer Chemotherapie und zahlreichen Bestrahlungen.

Nicht einmal wenn danach keinerlei Metastasen nachweisbar sind, gibt es eine Garantie, dass der Krebs nie wieder zurückkehren wird. Deshalb sollte man alle angebotenen Nachsorge-Untersuchungen unbedingt wahrnehmen! Für mich war es jedes Mal wieder ein unglaublich erleichterndes Gefühl, mit einem negativem Ergebnis (also einem "Wieder nichts Schlimmes!") nach Hause gehen zu dürfen.

Nach wissenschaftlichen Studien sinkt das Risiko, dass der triple-negative Krebs streut oder zurückkommt, mit jedem Jahr, dass ich krebsfrei bleibe. Fünf Jahre nach der Tumorentfernung ist das Risiko nur noch so groß, wie bei Frauen, die noch nie an Brustkrebs erkrankt waren. Das heißt also, ich darf mich jetzt als vollständig geheilt ansehen. Der Satz "Ich bin gesund!" geht mir aber nur schwer über die Lippen. Zu stark sind die kleinen (gefühlten) Restzweifel. Im Oktober werde ich ein letztes PET-CT bekommen und damit hoffentlich auch die offizielle Bestätigung, dass alles okay ist.

Auch in Corona-Zeiten: Volle Kraft voraus!
Auch in Corona-Zeiten: Volle Kraft voraus!

Die großen Ängste, die mal meinen Alltag bestimmten, sind aber jetzt schon gewichen. In meinem Leben 2.0 ist dafür gar kein Platz. Ich habe immer noch die gleichen Hobbys, die mir genau so viel Spaß machen und Abwechslung bringen wie schon vor der Diagnose. Mein alter Job als Anästhesistin ist mir immer noch wahnsinnig wichtig. Vielleicht hat sich durch die selbst gemachten Erfahrungen meine Sichtweise auf die Patienten und ihre vielfältigen medizinischen Probleme noch ein wenig mehr sensibilisiert. Nur in meinem Freundeskreis hat es ein paar Verschiebungen gegeben. Ein neues Gleichgewicht hat sich inzwischen eingestellt, das so, wie es jetzt ist, absolut in Ordnung ist!

Und was ist aus den kleinen Nebenwirkungen geworden, die mir mal mehr und mal weniger auf die Nerven gingen? Die Hitzewellen kommen seltener und die Zehen 3 bis 5 im linken Fuß sind immer noch etwas taub. Egal! Damit kann ich sehr gut leben.

Alles in allem bin ich also ein rundum glücklicher und zufriedener Mensch!